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Unsere Fahrt nach
Sargenroth
(von Thorsten und Felix)
Ostern 2009: Wir starteten nach
einer durchzechten Nacht (diese ging der Legende nach bis ca. 4:00 Uhr) um
8 Uhr vom Dojo mit dem Ziel Sargenroth. Die altersmäßig sehr gemischte Gruppe
bestand aus 45 Schülern und 6 Trainern, dabei war vom zehnten bis zum 63ten
Lebensjahr jede Altersklasse vertreten. Die Busfahrt war, bis auf einen kleinen
Umweg, nicht weiter ereignisreich.
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Es
geht wieder auf große Fahrt! |

Zum
dritten Mal lautet das Ziel:Jugendherberge Sargenroth |
Gegen 10:30 Uhr erreichten wir
unser Ziel: Die Jugendherberge Sargenroth. Wir wurden vom Herbergsvater (oder
neudeutsch: Betriebsleiter) empfangen. Es wurde eine Rege Diskussion in Gang
gebracht welche Berufsbezeichnung denn nun die richtige sei. Wir beide sind
zu dem Schluss gekommen, dass Betriebsvater die optimale Lösung darstellen
würde.
Wir bezogen unsere Zimmer und
um 12 Uhr gab es das erste Mittagessen. Dabei stach sofort die wirklich außerordentliche
Qualität des zur Verfügung gestellten Wassers hervor. (Leitungswasser halt... - Anmerkung von Frank)
Am Nachmittag gab es dann das
erste gemeinsame Training. Dieses Training stand unter dem Motto "Kennenlernen".
Durch das Zuwerfen von Pratzen und dem gleichzeitigen Rufen des eigenen Namens
und anderer spielerischer Übungen lernten wir die Namen der Anderen. Die später
folgende Namensrunde festigte diese noch zusätzlich. Dadurch hatten wir die
Gelegenheit, auch die Schüler kennen zu lernen, die nicht in unseren Gruppen
trainieren.
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Verschiedene
Kennenlernspiele |

Darunter
das beliebte Sortieren auf den Stühlen |
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Lukas
beweist, dass man auch mit Luftballon im Mund gut aussehen kann |

Die
Luftballons mit den Namen darauf kamen bei verschiedenen Übungen zum
Einsatz |
Nach dem Training gab es ein
Volleyballspiel mit ca. 30 Teilnehmern, ohne Linien, Regeln, aber mit ganz
viel Witz und Spaß!
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Volleyball
ohne Regeln und Verstand, dafür mit jeder Menge Spaß |

Geländespiel
"Capture the Flag" |
Nach dem Abendessen - wieder
verfeinert durch das edle und (wie wir später heraus fanden), getestete Wasser
- startete um ca. 21 Uhr die Nachtwanderung. Unser Betriebsvater warnte uns
zu Beginn der Wanderung vor aggressiven Wildschweinen. Die Wanderung führte
uns durch den anliegenden Sargenrother Dschungel. Tatsächlich waren angriffslustige
Tiere unterwegs, jedoch hatte sich unser Betriebsvater in der Tierart geirrt.
Die Gruppe wurde mehrmals von wild gewordenen Osterhasen angegriffen. Nach
ca. einer Stunde erreichten wir wieder wohlbehalten die Herberge. Dies war
das Ende eines sehr anstrengenden ersten Tages und wir freuten uns sehr auf
ein paar Stunden erholsamen Schlaf sowie unsere Nachtruhe.
Diese Nachtruhe endete allerdings
abrupt um 5:00 Uhr morgens mit dem Wecken durch drei der Trainer. Wir hatten
drei Minuten Zeit zum Antreten vor der Herberge zum Frühsport. Nach viel Gemaule
von Alex und Felix ("ich will schlafen", "ich habe keine Laufschuhe",
"mach ich nicht") haben wir uns dann doch vor der Herberge eingefunden.
Jedoch war die Gruppe nicht komplett angetreten. (Alex war verschollen, Carola
hat sich einfach umgedreht und weiter geschlafen!). Aus diesem Grund beinhaltete
der Frühsport lediglich ein freundliches "Guten Morgen, Ihr seid nicht
vollzählig und zu spät, ihr dürft Euch wieder hinlegen". Die Euphorie
hielt sich demzufolge in Grenzen… Zwei Stunden später fanden wir uns alle mehr oder weniger ausgeschlafen
und zum Teil noch nörgelnd zum Frühstück ein.
Das Vormittagstraining startete
dementsprechend träge aber steigerte sich dann recht schnell zur gewohnten
Intensität. Trainingsinhalte waren Selbstbehauptung (u.a. wie reagiere ich
auf Provokation und blöde Anmache?) und das Kennenlernen von nützliche Angriffspunkten
am Körper.
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Katja
macht's vor: Selbstverteidigung... |

...und
-bahauptung |
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Und
die Anderen machen es nach: Schreien! |

Gut
gebrüllt, Löwe! |
Nach dem Mittagsessen gab es
dann ein Pooltraining. Hier wurden unter anderem Fußtritte und Fauststöße geübt.
Das Pooltraining mündete in eine große Wasserschlacht. Dabei durften die Geschädigten
des morgendlichen Weckens in Überzahl die Trainer im Wasser niederringen.
Das sehr gute Wetter an diesem Nachmittag ermöglichte es uns, anschließend
die eine oder andere Stunde in der Sonne zu verbringen.
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Fauststöße
im Pool gingen ja noch... |

...aber
hohe Fußtritte waren eine Herausforderung |
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Die
Kinder hatten Spaß: Kampf auf mit Luftballons gefüllten Müllsäcken |

Wer
zuerst fällt hat verloren! |
Nach dem Abendessen gab es eine
nächtliche Trainingseinheit. Das Nachttraining beinhaltete Grundschulübungen
und einen längeren Lauf durch den Sargenrother Wald, den Abschluss bildeten
Übungen am Lagerfeuer.
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Im
Dunkeln über Stock und Stein |

Training
am Lagerfeuer |

Flammenmeditation
Nach dem Training fand sich eine
gemütliche und gesellige Runde am Lagerfeuer ein. Hier brillierten einige mit
ihrem überragenden Wissen an Filmzitaten. In dieser Nacht fanden wir auch endlich
unsern verdienten Schlaf.
Es ist kaum zu glauben, doch
auch der Osterhase hatte den Weg ins abgelegene Sargenroth gefunden. Nach dem
Frühstück fanden wir auf dem ganzen Gelände versteckte Ostereier. Nachdem alle
Eier und Süßigkeiten gefunden waren, wanderten wir geschlossen zu unserer Trainingshalle
zum Kurzstocktraining. Hier wurden uns die Grundlagen im Umgang mit dem Stock
gelehrt.
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Der
Osterhase war auch da! |

Hier
werden der gesamte Fund aufgereiht |

Übungen
mit dem Kurzstock
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Grundübungen,
die jeder mitmachen konnte |

Einfache
Angriffe und Abwehren |
Am Nachmittag gab es dann für
eine kleine freiwillige Gruppe ein Spezialtraining. Dieses Training beinhaltete
zwar nur drei Übungen, jedoch dauerte es ca. zweieinhalb Stunden. Der Ablauf
sah wie folgt aus:
Wir joggten geschlossen zum angrenzenden Wald, wo das Training stattfinden
sollte. Wir setzten uns, wie zu Beginn jedes Trainings, in den Fersensitz zum
so genannten Mokuzo. Bis hier war noch alles "normal". Doch diesmal sollte es
anders kommen...
14:00: Wir saßen mitten im Wald.
Vögel kreisten über unseren Köpfen und der Wind rauschte zwischen den Bäumen.
Eigentlich ein schöner Moment. Aber es sollte ja etwas geschehen. Alle warteten
auf die erste Übung. Frank zog eine Uhr aus seinem Rucksack hervor und gab
die kurze Anweisung "Es ist 14:00, ihr bleibt jetzt bis 14:30 Uhr Minuten
sitzen und beginnt dann mit freier Kata." Das Training hatte also bereits
begonnen.
14:15 Uhr: Die Füße beginnen einzuschlafen. Aus dem zunächst angenehmen Sitzen
wird ein unangenehmes Gefühl.
14:25 Uhr: Jetzt waren die Füße nicht nur taub, sondern sie schmerzten und
das Taubheitsgefühl wandert nun auch über die Waden bis in die Oberschenkel.
Es wird schwer sich nicht von diesen Gefühlen übermannen zu lassen, die Übung
nicht abzubrechen. Ablenken… An etwas Schönes denken… Konzentriere
dich auf deinen Atem… Nur noch 5 Minuten… Aber nur nicht auf
die Uhr schauen. Sonst wird jede Sekunde zur Ewigkeit.
14:28 Uhr: Gleich ist die erste Übung geschafft! Dachten wir... "Haltet
durch… Eure innere Uhr tickt sowieso anders als die, die vor euch steht",
sagte Frank. Mit diesen Worten drehte er die Zeiger wieder auf 14:00 Uhr zurück.
"Nochmal eine halbe Stunde!"
Die Übung wurde nach einem weiteren, extrem frustrierenden, vorzeitigen Zurückstellen
der Zeiger dann doch um 14:45 Uhr beendet und wir durften - so gut es ging
- aufstehen. Dies dauerte auf Grund der eingeschlafenen Beine eine längere
Zeit.
Nachdem alle wieder stehen und
gehen konnten erklärte Frank die zweite Übung.
"Ihr legt eure Füße auf der Bank ab und macht Liegestütze auf Seiken,
also den Fäusten." Ziel war es 100, Liegestütze zu schaffen. Jedoch: "Für
jedes Absetzen macht ihr zwei Liegestütze extra." So wurden aus den 100
Liegestütz zügig 102, 104, 106 - kein Ende in Sicht...
Frank beendete die Übung schließlich, auch wenn ein paar von uns die 100 Liegestütze
nicht erreicht bzw. durch das häufige Absetzen eine unerreichbare Anzahl Liegestütze
angehäuft hatten. Egal! Hauptsache, alle hatten es versucht und ihr Bestes
gegeben. Das war es, was zählte und Mut und Kraft gab für die letzte Herausforderung!
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100
Liegestütz auf den Fäusten auf dem Waldboden |

Und
wieder zwei mehr, dafür eine kurze Pause |
Jetzt sollten sich jeweils zwei
Leute als Paar zusammen stellen und ihre Karate-Gürtel miteinander verknoten.
Ebenfalls bekam jeder der beiden ein Seil, um auch die eigenen Füße zusammen
zu binden. Aufgabe war es nun, zu zweit aneinander gefesselt den Heimweg anzutreten.
Eher gesagt zu hüpfen… Es ging durch den Wald, über Wiesen, über Stock
und Stein. Manchen trieb die große Anstrengung des Spezial-Trainings nun die
Tränen in die Augen. Andere hüpften mit stoischer Gelassenheit. Wieder andere
fanden noch Zeit sich unterwegs über das Tempo und den gemeinsamen Rhythmus
zu streiten.
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Hüpfen
durch den Wald und über die Wiesen |

Manche
namens locker, der Eine oder Andere aber hatte weniger Spaß |
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Hier
wird geschummelt: Hügel werden herabgerollt... |

...oder
auf allen Vieren erklommen |
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Zwei
hatten noch Zeit sich wegen unterschiedlicher Hüpfeinstellungen zu
bekämpfen |

Andere
kämpften dafür lieber gemeinsam |

Geschafft!
Jetzt erst Mal etwas trinken...
Erschöpft, dennoch aber voller
Freude dieses Training geschafft zu haben, erreichten schließlich alle Paare
nach und nach die Jugendherberge. Darauf tranken wir erst mal ein leckeres,
kaltes Malzbier und ließen das Training noch mal Revue passieren.
Dieses Training führte sicherlich
alle Teilnehmer ein wenig an ihre körperlichen und geistigen Grenzen und manche
sogar darüber hinaus.
Der Abend wurde mit einem leckeren
Grillen eingeläutet. Anschließend wurde gespielt. Das Spiel hieß Karate-Activity.
(Eine modifizierte Form des bekannten Gesellschaftsspieles, wobei man Karate-Begriffe
über Wissensfragen, Pantomime oder per Zeichnung darstellen musste.) Dabei
glänzten einige mit mehr oder weniger zeichnerischen und/oder schauspielerischen
Fähigkeiten. Die, die danach immer noch nicht genug hatten (so ziemlich alle!),
haben danach noch eine Limbo-Party in der Herbergsdisco steigen lassen, die
Sargenroth so bisher noch nicht erlebt hatte.
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Jung
und Alt rocken das Haus... |

...und
feiern eine Limbo-Party! |
Der Montagmorgen startete um
6:30 Uhr tatsächlich mit dem schon einmal versprochenen Frühsport.
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Frühmorgens
ging es raus in den Nebel... |

...und
das noch feuchte Gras |
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Da
machen solche Übungen doppelt Spaß! |

Und
wieder zusammengebunden - diesmal aber nur ein Bein und als Wettrennen |
Nach dem anschließenden Frühstück
räumten wir die Zimmer und warteten auf den Bus, der erfreulicherweise eine
Stunde früher kam als geplant. Das Highlight der Rückfahrt war Reinhards eingeklemmter
Fuß, der erst durch den wagemutigen Einsatz eines Mitarbeiters des Busunternehmens
und der Dekonstruktion eines Sitzes gerettet werden konnte. Wir erreichten
gegen 12 Uhr müde aber zufrieden unser Dojo.
Abschließend bleibt von unserer
Seite zu sagen, dass wir diese Trainingsfahrt sehr genossen haben und den Trainern
für die lehrreichen, schönen und trotzdem erholsamen Tage danken. |